1879 - 1958
Wanderer, Bildner, Weiser
 
Diese Seite öffnet die Tür zur Welt
Gusto Gräsers
„Wir brauchen einander. Dies einzusehen ist die Grundlage für eine friedliche Weltordnung unter uns Menschen und mit unseren Mitlebewesen im Mineralien-, Pflanzen- und Tierreich. Frieden kann es nur dann geben, wenn wir in Frieden mit der Natur leben. Der Mensch der Zukunft wird im Einklang mit der Schöpfung leben müssen, wenn er überleben will“, sagte Gusto Gräser zu Hermann Hesse am Monte Verità.
 
Bild: Gräser um 1955, Fotoübermalung Mike Kuhlmann 2019
Mensch, dein Herrentum gedeiht -
Trumpf ist Mischmaschinenzet!
Ihre Eisensaurier rasen, dich als Material
zu grasen – ungeheure Saurierein!
Eins nur kann dem Unfug wehren,
eins: trautahmendes Verehren,
herzgottvoll Besonnensein!

Erst wo wir hinter dem Grauen,
zum grünen Walde gesellt,
die Gärten, die Hütten bauen.
Bildung und Wildung trauen -
da erst tritt der Mensch
in die Welt!


Gusto - Gartenzeit
visionär voraussehend zum Klimawandel


Der Dichter und Naturprophet Gustav Arthur Gräser war eine einzigartige Erscheinung in der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts. Führende Geister seiner Zeit sahen in ihm die Verkörperung des „neuen Menschen“, die Verwirklichung der Ideale von Nietzsche und Walt Whitman und zugleich einen neuen Franziskus. Sein Leben außerhalb der Regeln der Zivilisation war den Meisten unbegreiflich, erregte Anstoß und Hass. Für andere aber wurde er zum Vorbild; Dichter wie Hermann Hesse und Gerhart Hauptmann erhoben ihn in mythischen Rang.
 
Seine eigene Dichtung blieb zu seinen Lebzeiten weitgehend ungedruckt. In Sprüchen und Gedichten, die er auf Postkarten und Flugblättern verbreitete, rief er seine Mitwelt zur Umkehr auf. Heute verbindet sich sein Bild vor allem mit seiner Gründung, dem „Wahrheitsberg“ oder Monte Verità von Ascona, der zum Symbol einer naturfrommen und gewaltfreien Gegenkultur geworden ist.
 
Gräser wurde am 16. Februar 1879 zu Kronstadt in Siebenbürgen geboren, er starb am 27. Oktober 1958 in Freimann bei München. Im Herbst 1900 begründete er mit Freunden die Reformersiedlung auf dem Weinberg von Ascona. Jahrzehntelang warb er in „öffentlichen Gesprächen“ in deutschen Großstädten für einen kulturellen Neubeginn. Er hinterließ ein dichterisches Werk, das Ursymbole der Menschheit zu neuem Leben erweckt.
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Chronologische Dokumentation Dokumente zum Lebenslauf, Werken und Deutungen Chronologie zum Monte Verità
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