Besuch in Dorfen bei Stella Diefenbach-Spaun
Eintrag von Gusto Gräser im Gästebuch von Stella von Spaun-Diefenbach, 16. August 1942
"Als wir alle eifrig bei der Gartenarbeit waren, kam mit einem Male von der Landstraße ein Mann daher, der aussah wie K.W. Diefenbach, nur etwas abenteuerlicher. Er hatte lange Haare und einen Vollbart, trug ein grünes Wollhemd mit einem Poncho aus braunem Sammet darüber, gelbgrüne Kniehosen, zu denen er den Schnitt wahrscheinlich selbst entworfen hatte; die Füße waren mit Sandalen bekleidet, am Gürtel trug er ein gesticktes Brillenetui und in der Linken mit künstlerischer Würde die Zeichenmappe. Großmutter [das ist Stella von Spaun, die Tochter Diefenbachs, mit der Gräser als Neunzehnjähriger ein zartes Liebesverhältnis gehabt hatte] erkannte in ihm einen Kollegen [genauer: Schüler und Jünger] ihres Vaters, Gustav Kreser. Nach dem Mittagessen half er uns beim Erbsenauspukeln."
(Tagebuch von Lorenz Stiefel, Urenkel von Karl Wilhelm Diefenbach)
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8. September 1942
Stella von Spaun an Gusto Gräser:
Lieber Gräser!
Ihre "Burg der Armut" geht mir nicht aus dem Sinn u. ich möchte mir sie für "Mütterlichkeit" umtauschen. Wenn es Ihnen möglich ist, bitte, mir diesen Wunsch zu erfüllen. Hoffentlich geht es vorwärts auf Ihrem Wege! Mit freundlichsten Wünschen und Grüssen!
Stella Diefenbach-Spaun
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Gusto Gräser: Burg der Armut. Dresden 1925