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Der nackte Sonnendoktor

An Naturheiler Arnold Rikli schieden sich die Geister. Seine ganzheitliche Therapieform mit Nacktbaden verwirklichte er in einer eigenen Heilanstalt. Nicht in der Schweiz, sondern im heutigen Slowenien. Das inspirierte, denn der Monte Verità geht letztlich auf Rikli zurück.

Michael van Orsouw

Michael van Orsouw ist promovierter Historiker, Bühnenpoet und Schriftsteller. Er veröffentlicht regelmässig historische Bücher.

Eigentlich hatten die Eltern sich etwas ganz Anderes mit ihrem Sohn im Sinn: Dass dieser einst ein «Narrendoktor» und «Robinson der Alpen» werden würde, hätte niemand gedacht. 1823 kam Arnold Rikli in Wangen an der Aare zur Welt, sein Vater Abraham Friedrich Rikli war einflussreicher Politiker und erfolgreicher Besitzer einer Färberei. So begann auch Arnold Rikli im Alter von 20 Jahren seine berufliche Laufbahn als Betriebsassistent in der väterlichen Färberei. Doch der junge Mann hatte schon damals andere Interessen als sein Vater: Er brannte für die Naturheilkunde und machte damit Experimente.

 

Porträt von Arnold Rikli, um 1870. Vojko Zavodnik   Altstadt von Wangen an der Aare auf einer Zeichnung von Ludwig Rudolf von Effinger, um 1845. Schweizerisches Nationalmuseum

Man muss sich vergegenwärtigen: Wir sprechen von der Mitte des 19. Jahrhunderts, als die Industrialisierung und die Aufrüstung der Landwirtschaft viele unerwünschte Nebenwirkungen zeigten. Beispielsweise die Verarmung der Arbeiterschaft oder gesundheitliche Beeinträchtigungen. Rachititis, Asthma und Tuberkulose, aber auch Krankheiten wegen Vitaminmangel bestimmten einen beelendenden Alltag. Rikli nahm das wahr und beschäftigte sich mit der Heilkraft des Wassers, der Luft und der Sonne. Um der väterlichen Fuchtel zu entkommen, heiratete er schon mit 21 Jahren und wanderte ein Jahr später aus. 1845 gründete er mit seinen Brüdern Karl und Rudolf eine Garnfäberei in Seebach in Oberkärnten. Auch hier fühlte er sich mehr der Naturheilkunde und der «Wasserheilkunst», wie er sie nannte, verbunden: «Ich fing an, unsern kranken Arbeitern Rath zu erteilen mit hydriatischen Anwendungsformen.» Zudem pröbelte er an neuen Gerätschaften herum und konstruierte einen originellen Bettdampf-Apparat und bekam in der Umgebung den Namen «Wasserarzt». Erste gute Resultate mit seiner Heilkunst führten dazu, dass er ganz auf dieses Gebiet setzen wollte.

1854, im Alter von 31 Jahren, zog Arnold Rikli einen Schlussstrich unter das Färbergewerbe und siedelte um, damit er sich ganz seiner Passion widmen konnte. Er kam nicht zurück in seine Heimat, weil seine Vision mit der Nacktkultur in der prüden Schweiz nicht realisierbar gewesen wäre. Deshalb liess sich Rikli mit seiner Familie am Rande eines Alpensees in Veldes nieder und gründete eine eigene Heilanstalt. Damals war der Ort Teil der Habsburger Monarchie und zählte zur Region Oberkrain; heute heisst der Ort Bled und liegt in Slowenien.


Bled als Motiv einer Postkarte, um 1935. Národní muzeum

Rikli, der Selfmademan, behandelte meistens chronische, nicht lebensbedrohende Symptome von Kranken durchaus mit Erfolg, sodass er schon bald eine Jüngerschaft der «Riklianer» hinter sich scharen konnte – sie wurden scherzeshalber wegen ihrer spärlichen Bekleidung auch «Rikli-Indianer» genannt. Seinen Patientinnen und Patienten verordnete Rikli kombinierte Wasser-Luft-Licht-Therapien. Das klingt etwas abstrakt, denn im Konkreten empfahl er seinen Gästen etwas ganz Einfaches: Sie sollten sich nackt in den Rikli’sche Luftparks an der freien Luft bewegen, turnen und baden. Zudem empfahl Rikli vegetarische Diät. Der «Sonnenarzt», wie man ihn nannte, empfing die Kranken stets barfuss und nur minimal gekleidet. Es gibt Bilder, die zeigen ihn unbekleidet bis auf ein Höschen, das aussieht wie eine Stoffwindel. Was heute merkwürdig bis albern wirkt, war damals umstritten und verwegen. Rikli war der Pionier der Nacktkultur schlechthin, lange vor Naturismus, Freikörperkultur und Nudismus. Bei seinen Kuren setzte er auf den Wechselreiz von Wasser, Luft und Licht, welcher das körperliche und seelische Gleichgewicht wiederherstellen sollte. Rikli verkürzte sein Motto mit einem Reim:

Wasser tut's freilich, alles doch nicht, noch höher die Luft steht, am höchsten das Licht
                                                                                                                                          Arnold Rikli


Der «Sonnenarzt» war in Veldes in seinem Element, um 1875. Vojko Zavodnik

Damit schuf sich der selbsternannte Arzt Rikli, der nie eine Universität von innen gesehen hatte, keine Freunde. Zum einen verstiess er mit dem Nacktbaden gegen die gängigen Moralvorstellungen, gerade im streng katholischen Veldes, wo Rikli sogar mit dem Teufel gleichgesetzt wurde. Zudem machte er folgenreiche Fehler. In grenzenloser Selbstüberschätzung behandelte er auch schwere Krankheitsfälle und scheiterte mit seinen Therapieformen: Pockenkranke etwa starben an seiner Behandlung! Er feindete die Schulmedizin als «phantastisches therapeutisches Lehrgebäude» an, bestritt die Wirkung von Impfungen, hielt Operationen für unnötig und bezweifelte grundsätzlich den Wert wissenschaftlicher Studien. Prompt wurde er immer wieder von Ärzten angefeindet und vor Gericht gezerrt. Diese nannten ihn nicht den «Sonnenarzt», sondern den «Narrenarzt». Rikli war das egal, er verbreitete seine teils kruden Ansichten in heilkundlichen Publikationen, die grosse Verbreitung fanden. Riklis Fazit nach jahrelangem Kampf: «Das Volk wäre viel gesünder, wenn wir keine Ärzte besässen.»


Riklis Therapien setzen auf viel Haut. Das gefiel nicht allen. Vojko Zavodnik

Das Selbstbewusstsein des Naturheilers Rikli gründete auf seinen Erfolgen. Es kamen zwar nicht die Arbeiter von Fabriken, die er eigentlich therapieren wollte, sondern gut gestellte Bürgerinnen und Bürger aus den Grossstädten der k. und k.-Monarchie, die sich die verhältnismässig kostspieligen Kuren leisten konnten. 56 «Lufthütten» standen den Gästen zur Verfügung, sodass 1895 sogar der Bau eines zweiten Kurhauses nötig wurde. Dank Rikli entwickelte sich Veldes (später Bled) bald zu einem führenden Kurbad. Der Schweizer setzte den zuvor touristisch unerschlossenen Ort auf die internationale Landkarte, sogar der jugoslawische Staatspräsident Tito machte Bled zu seiner Sommerresidenz – heute zählt der malerische Ort mit dem See zu einem der touristischen Highlights von Slowenien.

Keimzelle des Monte Verità

In Riklis Heilanstalt erholten sich auch der bekannte Literat Franz Kafka oder der Antroposoph Rudolf Steiner. Ebenso verbrachte hier der ehemalige Offizier Karl Gräser seinen Kuraufenthalt. Er schloss bei den Licht- und Lufthütten Riklis Bekanntschaft mit Ida Hofmann, einer aus Siebenbürgen stammenden Klavierlehrerin, und mit Henri Oedenkoven, dem Sohn und Erben eines bedeutenden belgischen Industriellen. Gemeinsam war ihnen, dass sie die bürgerlichen Konventionen verabscheuten und ein Leben in Freiheit suchten. Sie diskutierten und gründeten daraufhin im Jahr 1900 mit weiteren Aussteigern eine eigene Institution, den Monte Verità in Ascona, übrigens ebenfalls mit «Licht-Luft-Hütten» nach Rikli’schem Vorbild. Während der Monte Verità weltbekannt wurde, geriet Riklis Kuranstalt in Bled nach dem Zusammenbruch der Donaumonarchie und hinter dem eisernen Vorhang in Vergessenheit. In den letzten Jahren aber änderte sich das und Slowenien bemühte sich aktiv um Gäste auch aus der Schweiz.  

  
Riklis Lufthütten wurden vielerorts kopiert. Vojko Zavodnik   Nicht nur im Tessin, sondern auch an vielen anderen Orten machten Riklis Lufthütten Schule. Internet Archive
 
Dementsprechend würdigte Slowenien den Schweizer Kurpionier mit einer Gedenkmünze, der Medalja Arnolda Riklija. Und in Bled selber finden seither «Riklis Sporttage» statt, aber auch das «Tennisturnier Rikli», die «Rikli-Wanderung», das «Rikli-Minigolfturnier» oder das «Rikli-Schachturnier». Und ein Rikli-Denkmal steht im Wald. Heute ist der Name Rikli im Kurort allgegenwärtig.

Publiziert am: 27.07.2022

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Chronologie

Aus dem 360 Seiten starken Buch in slowenischer Sprache über Rikli:
Zavodnik, Vojko, Po Sledeh Arnolda Riklija, Bled, 2018, rikli.info@gmail.com, übersetzt mit DeepL

1823 - Schweiz, Wangen an der Aare, 13. Februar um 9.45 Uhr Arnold Rikli, großer Pionier der Naturheilkunde, wird geboren

1830 - als Kind und vor allem später in der Schulzeit sehnte er sich immer danach, im Mülenbach und in der Aare zu baden, und gab sich einfachen Licht- und Luftbädern auf Waldlichtungen hin

1837 - Nach einer strengen Erziehung im Elternhaus beginnt er den Besuch der Erziehungsanstalt der Paulusbrüder in Korntal und später in Ludwigsburg, Deutschland.

1839 - schreibt an seine Eltern, dass er eines Tages in einer Hütte am Strand leben und in einer kleinen Gemeinschaft auf primitive Weise in aller Einfachheit fröhlich schaffen und sich selbst kennen lernen möchte

1839 - beendet seine Schulzeit und wird auf dem Heimweg von einem Hund begleitet, unendlich glücklich und endlich frei von den Zwängen der Schule

1839 - In der Färberei seines Vaters lernt er zunächst sechs Monate lang die Handelskorrespondenz und die Buchhaltung, dann lernt er die komplizierten Verfahren zum Färben roter Garne

1840 - er erkrankt an einem so heftigen Fieber, dass es wirklich zweifelhaft ist, ob er es überhaupt aushalten und überleben wird.

1841 - führt mit seinem Bruder Rudolf verschiedene Experimente im väterlichen Laboratorium durch; schon zu dieser Zeit überlegt er, dass eine zweckmäßig angemessene und geregelte Luft- und Lichtströmung, ähnlich wie bei den Pflanzen, auf den menschlichen Körper in irgendeiner Weise wohltuend, heilend und tugendhaft wirken sollte.

1841 - Er wird zum Militärdienst einberufen; er wird der Zweiten Kompanie der Oberaargauer Scharfschützen zugeteilt, wo er als erster der sechs besten Scharfschützen eine Medaille für seine hervorragende Treffsicherheit erhält.

1841 - auf Wunsch seines Vaters erhält er eine weitere Ausbildung in den roten Farben von Herrn Dunklenberg in Elberfeld

1842 - Er begibt sich auf eine ausgedehnte Europareise, auf der er verwandte Rotfarbstofffabriken besucht, seine kaufmännischen und geschäftlichen Kenntnisse erweitert und die Annehmlichkeiten der Stadt genießt.

1843 - In Onkel Mosers rot gestrichenem Haus in Ajdovščina entdeckt er drei der berühmten Bücher von Munde, die sein Leben für immer prägen.

1844 - Heiratet Maria Landerer in Bubendorf (Kanton Basel), Schweiz

1845 - beteiligt sich an der Vorbereitung eines versuchten bewaffneten Staatsstreichs, als radikal-liberale Aufständische versuchen, die katholische, reaktionäre Regierung des Kantons Luzern zu stürzen und die Jesuiten gewaltsam zu vertreiben, zieht sich aber für die Nachsorge seiner Frau aus dem Hauptkampf zurück, bei dem sich Bruder Rudolf als wahrer Held erweist

1845 - Erstmalige hydropathische Behandlung kranker Arbeiter in der väterlichen Farbenfabrik in Wangen

1845 - Umzug mit seiner jungen Familie nach Seebach in Kärnten

1846 - sein Bruder Rudolf schließt sich ihm in Seebach an, wo er mit den Vorbereitungen für die Gründung einer eigenen Rotfärberei beginnt.

1847 - Zu ihm und seiner Familie gesellt sich sein Bruder Karl; gemeinsam begeben sie sich auf einen dornigen Weg, der von geschäftlichen Misserfolgen und dem Beinahe-Zusammenbruch der gesamten Familie gekennzeichnet ist.

1847 - Rikli erfindet das berühmte Bettdampfbad in Seebach und wird zunehmend als Naturheilkundler tätig

1848 - Er wäscht seine schweren Schusswunden, die er sich im Seebacher Dorfkonflikt zugezogen hat, nur mit sauberem Brunnenwasser aus und erholt sich zum Erstaunen der gesamten Ärzteschaft in kürzester Zeit vollständig.

1849 - Nach einem heftigen Sturm in Seebach wird er als einziges der fünf tragischen Opfer auf wundersame Weise aus den tödlichen Wellen der Liser gerettet.

1849 - Bruder Rudolf verlässt Seebach und lässt sich in Wangen nieder, wo die Geschäfte in den Farben seines Vaters florieren; er kehrt noch zweimal nach Österreich zurück, um sein Bestes zu geben und mit seinem außerordentlichen Wissen zur Behebung der ernsten Schwierigkeiten beizutragen.

1852 - Rikli erkrankt in Seebach an einer Rippenfellentzündung; er wird wieder nur hydropathisch geheilt und erholt sich dann auf Empfehlung seines Onkels Moser erfolgreich in Bled

1854 - Nach der unhaltbaren Situation in Seebach, um in Zukunft keine weiteren Verpflichtungen gegenüber den Kärntner Färbereien zu haben, zahlt Rikli seinen Brüdern 25.000 Franken aus dem Nachlass seiner Frau und widmet sich ganz dem Konzept der Wasserkur bei Mallnerbrunn in Bled

1855 - voller Optimismus zieht er mit seiner Familie nach Bled und beginnt mit der Naturheilkunde an den Seequellen in einem einfachen Kurhaus, das er vom alten Mallner pachtet.

1855 - in der Wintersaison wirbt er zum ersten und letzten Mal für seine Kurpraxis in Bled, denn schon im ersten Sommer zeigt der strenge Bleder Winter seine scharfen Zähne. (Gegen Erfrierungen), in der Zeitschrift News, Economic, Obertnijske in narodske (Wirtschaftlich, Obertnijske in narodske).

1857 - Veröffentlichung der ersten Monographie mit dem Titel Aufruf (Poživ) und Veröffentlichung seines ersten Artikels in slowenischer Sprache, Zoper ozebline (Gegen Erfrierungen), in der Zeitschrift News, Economic, Obertnijske in narodske (Wirtschaftlich, Obertnijske in narodske).

1857 - in der Wintersaison beginnt er, in Ljubljana als Wasserheilkundler zu behandeln; er wohnt mit seiner Familie in der Krakovský nasip 67 (Krakovský nasip)

1858 - die Brüder übergeben die Färberei in Seebach an Makler; Karl kehrt im August 1858 mit seiner Familie, sieben Kindern, einem Hauslehrer und Magda zu seinen Eltern nach Friedberg zurück, wo er den Rest des Jahres bleibt.

1859 - Rikli beginnt, streng vegetarisch zu leben, und hält sich bis 1878 daran.

1859 - Rikli und sein neuer Partner gründen in Triest ein "öffentliches Dampfbad" mit Wasseraufbereitung im Aquakanal (Acquedotto).

1860 - Im Januar eröffnet er offiziell das Triester Dampfbad und beginnt mit der regelmäßigen Ausübung der hydropathischen Medizin während der Wintersaison.

1862 - Es wird beschlossen, beide Kurorte zu verkaufen und sofort nach Südamerika zu gehen

1862 - In Triest zieht er mit seiner Familie in das Viertel Verdelle, bekannt als "in contrada Guardiella", wo er dann regelmäßig während der Wintersaison lebt.

1863 - Die geschäftlichen und finanziellen Erfolge verbessern sich, so dass er seinen Partner in Triest auszahlt und schließlich die Idee aufgibt, nach Amerika zu gehen.

1865 - kühne Werbung für die erste Licht-Luft-Station über Poljšica bei Gorje und andere Licht-Luft-Parks in der Umgebung von Bled und offizieller Beginn der atmosphärischen Behandlung

1865 - Sohn Arthur reist nach Amerika; von New York geht er nach Plattsville, Wisconsin, wo er zwei Jahre lang auf einer Farm arbeitet, dann geht er für drei Jahre nach Westen nach Plattsmouth, Nebraska, und dann nach Murdock, wo er 1871 160 Acres Land kauft und sich dort niederlässt.

1869 - Rikli gründet die sogenannte "Truppe der Virtuosen", die durch die umstrittene öffentliche Zurschaustellung des menschlichen Körpers im belebenden Licht das bis dahin friedliche und gottesfürchtige Leben der einfachen Leute auf dem Lande revolutioniert

1869 - Riklis Sohn Roland stirbt ebenfalls, und im Alter von 46 Jahren nimmt er Abschied von seinem siebten von zehn Söhnen.

1869-1873 - testet in Bled, auf dem Hügel oberhalb der Pfarrkirche, den ersten Luftabscheider und beginnt in der Wintersaison seine Kurpraxis in Meran, später auch in Florenz und Gries bei Bozen

1873 - in den letzten neun Jahren mehr als 3.000 Mal zwischen 45 und 75 Minuten absichtliche Exposition gegenüber intensiver kalter Luft, entweder direkt aus einem warmen Bett oder aus einem warmen Raum, ohne Schaden.

1873 - verkündet feierlich die Eröffnung der ersten Kolonie von Luftläusen am Bleder See und kauft das Gasthaus Ilko in Grad, Nr. 47

1891 - Fertigstellung der luxuriösen Villa Arnoldo in Wolfsberg, Österreich

1891 - als Ehrengast nehmen er und seine Frau Marija an der Feier zum 26. Jahrestag der ersten Licht- und Luftstation oberhalb von Poljšica bei Gorje teil, als seine Bewunderer die berühmte Eisentafel am Felsen über dem Hundsrücken anbringen und ihm eine ehrenvolle Erwähnung verleihen.

1895 - Eröffnung eines neuen Kurhauses (Kursalon, Speisehaus oder Kurhaus) unter der Bleder Kirche

1896 - die Bezirkshauptmannschaft Radovljica verbietet allen Kurgästen von Rikli, sich während der Behandlung bis zu den Knien zu entkleiden

1898 - während der nationalen Wiedergeburt war Rikli Gegenstand zahlreicher nationalistischer Angriffe, z. B. veröffentlichte die Zeitung Slovenski národ einen äußerst beleidigenden Artikel unter dem Titel Verleumdung eines spekulativen Mazal

1899 - Rikli vollendet das neue Badegebäude (das Kurbad) an der Stelle des heutigen Casinos, die Villa Rikli und die ersten sechs Fahrgeschäfte auf dem oberen Plateau 1901 - weitere sechs Fahrgeschäfte werden neben der Villa Rikli gebaut, so dass es zu diesem Zeitpunkt insgesamt 44 Fahrgeschäfte in zwei Kolonien gibt

1901 - Bürgermeister Jakob Peternel verlangt von der Landesregierung in Ljubljana strikt, dass die Gewerbekonzession für das hygienische Gesundheitszentrum nicht verlängert oder an die Söhne von Arnold Rikli übertragen werden darf.

1903 - Bled wird auf der Internationalen Ausstellung der Kurorte in Wien mit der Goldmedaille mit dem magischen Zeichen ausgezeichnet, dank der weltweiten Bekanntheit von Riklis Kuranstalt.

1904 - anlässlich des 50-jährigen Bestehens des Kurortes Bled gaben die Anhänger von Rikli eine bronzene Gedenkmedaille, ein Gedenkdossier und ein Denkmal für Rikli und seine Söhne in Strហheraus, das auf einer Büste des Bildhauers Wildbürger aus dem Jahr 1903 basiert.

1905 - Rikli wird zum achten Mal von einem Richter vom Vorwurf des Schwindels und der Scharlatanerie freigesprochen; der Sonnendoktor verteidigte sich also acht Mal vor dem Strafgericht und wurde ebenfalls acht Mal von allen Vorwürfen freigesprochen.

1905 - Rikli besucht zum letzten Mal sein Elternhaus in Friedberg; von seinen zehn Geschwistern sind nur noch er und seine Schwester Amalia am Leben.

1906 - nur einen Monat vor seinem Tod veröffentlicht er in Wolfsberg seine letzte Broschüre zur Kurhausordnung mit der Aufschrift "im 84. Lebensjahr, im 52. Jahr seiner Leitung des atmosphärischen Heilens, Gründer des A. R.".

1906 - Arnold Rikli wird am 30. April um 8 Uhr morgens in Wolfsberg, Kärnten, Österreich, von einem Schneesturm erdrückt.