»Galerie Goltz« einen
Vertrag, der ihm ein monatliches Fixum garantierte, und er
sollte in einigen Wochen
Bilder für eine Ausstellung liefern. Er malte nicht mehr,
er rührte keinen
Zeichenstift mehr an. Immer aber, wenn er in die Nähe der
»Galerie
Goltz« kam, drückte er den Hut oder die Mütze etwas tiefer
ins Gesicht,
duckte sich förmlich und
schlich schnell vorüber. Er glaubte ernsthaft, sein
Kunsthändler stünde den
ganzen Tag hinter einem Fenster oder in der offenen
Türe
und hielte nach ihm Ausschau. Wenn er dann diese
vermeintliche
Gefahrenzone glücklich
passiert zu haben schien, rieb er sich diebisch erfreut
die
Hände und lachte krachend:
»Hahahaha, der wartet jetzt und wartet! ... Da kann er
lang
warten ! Der wird jetzt eine furchtbare Wut auf mich
haben, aber das freut
mich,
hahahaha ... « Und dann fing er an, sich über alle Kunst
und Künstler lustig
zu machen, die jetzt
überhaupt keinen Zweck mehr hätten. Beim Januarstreik 1918
waren wir beide wegen
Verbreitung illegaler Literatur verhaftet und vierzehn
Tage
in Polizeigewahrsam
gehalten worden, jetzt, als die siegreiche provisorische
Revolutionsregierung
Eisner, den wir alle von den geheimen Versammlungen her
kannten, ausgerufen war,
kam Georg zu mir und wollte den Polizeikommissar, der
uns damals stets verhört
hatte, aufsuchen.
»Verstehst
du, wir gehn hin . . . Wir klopfen gar nicht an die Tür«,
erhitzte er seine
Phantasie dabei. »Wir gehn
einfach ganz grob in sein Zimmer . . . Paß auf, der
wird ja nicht schlecht
erschrecken . . . So und dann sagen wir, ah, guten Tag,
Herr
Fuchs, gehn S' amal weg,
wir möchten uns hinsetzen! . . . So, dann hocken wir uns
recht breit hin und sagen,
wenn er recht verdattert ist, marsch, holen Sie uns eine
Maß Bier, aber sofort,
marsch ! Und wenn er kommt, sagen wir, das ist ja viel zu
schlecht
eingeschenkt, da haben Sie ja schon was rausgesoffen, Sie
-- Sie --
Dreckschlawiner, Sie
windiger ! Ja, hahahaha, das sagen wir, und dann muß er
noch mal ums Bier laufen .
. . Grad schwitzen muß er dabei, der Spitzel, der
ekelhafte . . . Geh weiter,
gleich gehn wir hin . . . Hahaha, das gibt eine Gaudi !«
Und auf dem ganzen Weg
fielen ihm immer phantastischere, unsagbar komische
Dinge ein, unter anderem
wollte er den Fuchs, der einen roten Spitzbart hatte, ein