L a s s e n,
Mut Du heiliger Enthaltung,
Entfaltung unsres Wesens ist Dein Preis,
und unsres Geistes heitere Gestaltung -
wohl uns, wenn einer recht zu lassen weiss!
So sammelt sich von selbst sein Sam, der Leben zeugt,
von selber fasst er Wurzel in dem Grund -
so kommt er heim, und heimlich kommt und keimt empor sein Stamm,
sprosst auf sein Volk - blüht auf des Menschseins weit und breit
verzweigter Baum - - -

Oh Mensch - o lass - lass werden!

*
Lass gehen, Freund:

Dich - Mich - lass Alles gehen!

Es geht allein zu Dem, was wahrhaft hält.

Von selber wirkt das göttliche Geschehen,

gedeiht die Ordnung, die durch Zwang

zerfällt - - -

Lass gehen, Freund, und alles wird,

wird gut, wo nur die Störerin,

die Feigheit,

ruht.

*

Lass und es fliesset der heilige Saft –

lausch, und es rauschet die gottvolle Kraft.

Herzlicher Hörer vernimmt sie – herrlicher Störer

verstimmt sie, dass sie ihn stösst in die Haft,

stürzt in Gramelends grausiges Nicht.

Willigkeit – Treue – Vertrauen –

hebt die Gewaltge ins Licht!

*