Oh Menschenkind, durch nächtgen Truges Frost,
leucht ich dir heim in unsrer Wahrheit Trost,
in ihre Burg, drein warmbewegt sie wirkt,
wie eine Mutter, die ihr Kindlein birgt.
Lass gehn und komm,
kannst ja nit stolz verstehn
Urmuttertun,
in ihren Wundern komm dich zu ergehn, dich tief erruhn,
in Stürmen ruhn, die nimmer dich zerstören,
wo nur vom Sehn, kaltklug Genüberstehn,
anheim ihr fällst voll trautem Angehören.
Schau - wie den Schneck sein Haus wohl wehrt und wahrt,
soweit er's füllt und fühlt und nit gewahrt,
so wahrt auf einfaltreiner Lebensfahrt Weltmutter Dich.
Drum treufidel, o Kind, fern allem Schlich!


Gusto Gräser
Original in Ordner HEIDI, 1955-7

Entwurf zu „Oh Menschenkind, will Du …“
Freimann 1955