Ein
Bächlein murmelt leise ein Liedlein für sich hin:
„Ich
quille, walle, quelle mit willig heller Welle,
mit
sprudelnd queckem Sinn,
weil
ich ein Wandrer bin!
Ein
Wandrer in allen Welten, doch traulich weilend stets;
was
meine Wellen schwellet,das Glück, das mich erhellet,
aus
dunklen Wolken wehts:
Es
geht, doch nie vergehts.
Zu
Tale trag ich heiter der dunklen Wolke Gruhs.
Der
Berg, der will es grühsen,ich aber will es küssen
mit
manchem kosgen Kuss.
Will
singen ihm mein Liedel „Ruhringeringelreihn“,
das
tut ihm so gefallen und seinen Sprossen allen,
dass
sie erblühn, erblauen -
dann
muss ich weiter schauen.
O
Wandern, Wenden, Winden, dran hab ich nie genug!
Was
auch die Menschen sagen,um ihre Ruh sich plagen -
die
stolze Ruh ist Trug,
ist
traurig trüber Trug!
Fleissruhig
will ich fluten wohl mit der schönen Welt.
Zur
Sonnen will ich wallen, zur Erde wieder fallen,
flott,
wie es mir gefällt.
Der
Freundschaft holde Stille ist meiner Wellen Wahl,
in
Eintrachtfluten sinken und kraftbeseligt singen
im
endelosen All.“
O
Bächlein, Freude, Freude!Wohl mir, dass ich gelauscht!
Es
hat in meinen Tiefen, wo Urgefühle schliefen,
ein
Widerhall gerauscht!
*
Hah
- wie liegt ihr Berge da, unter lauter Blauen.
Eure
Ruhe geht mir nah, ihr Vermoosten, Rauhen!
Schimmersee
im tiefen Hohl –
o
wie wohl!
Berge,
bis ins Kleinste grohs – Berge, mein Entzücken,
hier
in eurem seelgen Schoos weichet alles Drücken.
Hier
bei eurem Felsenquell
wird
mir hell!
Hätt
ich doch mit euch genug, waldumrauhte Riesen,
dann
ob Wichtgered und Trug trüg ich kein Verdriessen –
Menschen
ihr, berglandgeweiht,
wo
ihr seid!?
*
Heimwärts
wendet sich mein Gang
voller
Liebverlangen.
Lauben
an des Waldes Hang
triefend
goldumhangen –
Nur
ein Thon die ganze Welt,
meine
Sinne sinken
andachtselig
tief hinein
allso
mitzuklingen.
Liebesinnig,
heimatselig
fühlt
ein Trauen meine Brust
und
ich lass mich von ihm tragen
hin
zum Quell der Lust.
Meine
Schranken lieb ich wieder,
denn
zu kalt ward mir die Weit,
klinget,
klinget, meine Lieder,
gebet
mir das Heimgeläut.
Abendgoldne
Flur entlang
schwebt
ein Hauch als wie Gesang
und
ich wandle stillversunken,
heimlicher
Gefühle trunken.
In
mein Herz als wie die Sonne
sinket
Wonne, ewge Wonne.
*
Von
den stolzen Höhen steig
ich
zum Heimatthale.
Werktagrauschen,
Festgegeig,
Kinderjubel,
Dorf am Teich
winken
mir zum Mahle:
Iss
und trink, o Volkessohn,
komm,
lass dich nit bitten,
hier
in unsrer Mitten
ist
dein Heilgewohn!
*
Gusto