Ernst,
mein wackerer Geselle,
grühsen muss ich Dich einmal
-
allzuoft und allzuschnelle
werfen wir ins Düstertal,
Dich, der weil er Alls
beherzt,
nichts verscherzt.
Weil grundherzhaft Dein
Beginnen,
fasst Du tiefer Fuss und Ort,
dass die winzgen Wurzeln
drinnen
tiefre Wonnen Dir gewinnen,
wirken werden immmerfort;
dass voll Lust aus schwarzer
Last
grünt Dein Ast.
Tiefer, tiefer, werkverloren
folgst Du urgeheimem Ruf -
denn Du spürst: was
grunderkoren
wird von selber grohs geboren
-
hoch ist immer Dein Beruf.
Traulich trittst Du aus dem
Hohn:
Tiefensohn!
Aus dem inniglichsten Gerne
baust Du Deinen Lebensbaum;
aus dem Staube hebst Du
Sterne,
aus dem Schaum gediegne Kerne,
Eigensein aus Weltenraum:
Eigentliches schenkst Du Held
Deiner Welt!
Heiss von Urmannsgeist
durchlodert
brennst Du durch der Wichte
Pein,
und was düstert, dumpfelt,
modert,
Blutger, geht bei Dir nicht
ein!
Nur ums Fruchten fragt Dein
Mühn,
rauscht Dein Grün.
Immer reicher uns zu rauschen
Deinen Werdewonnesang,
sonnigeres Lied erlauschen,
wonnigere Schauer tauschen
Jahr um Jahr in grossem
Schwang,
bis uns Deine Früchtetracht
lockend lacht.
Wenn dann Wetter nahn mit
Brausen,
kahl Dich rüttelnd mit
Gezaus,
störend all Dein heimlich
Hausen,
das macht, Heilger, Dich nicht
grausen,
schlägst getrost aufs neue
aus.
Das ist Deines Lebens Stil:
Ernst –
Dein - Spiel.
VS 44
(Hs)
M-Grosse
Blätter
8 (Ts.)
Gusto Gräser