Donnerdrein, Du Erdensohn! Komm hervor aus dem Gewohn!

Farbe musst Du mir bekennen – Du versteh, ich meine Blut –

innig in der Brust muss brennen, was Dein Haupt, Dein Handel tut.

Auf aus all der Pein – in den Kampf hinein!

Über all die Wichte halte Dich nit auf –

Deine Schritte richte nach des Blutes Lauf,

thu es nit verhocken in dem dumpfen Haus,

wenn die Lüfte locken –

Raus!

Wichte sitzen in der Kammer, kümmern sich um jeden Schiss,

wichtig tut auch noch ihr Jammer – oh du Kammerkümmernis!

Grauer wird ihr Blut und grauer, denn die Luft im Sittenloch,

die wird stinkig in der Dauer –

raus –

denn sonst erstickst Du noch.

Nur wo Wetter droht, wird dein Blut dir rot!

Aber in dem Weichen wirst auch Du ein Wicht,

musst auch Du erbleichen – Bube, weiche nicht!

Lern die Stürme loben und den frischen Straus,

wenn die Wetter toben –

Raus!

Ohne Kampf in Saus und Braus muss das Herz verderben!

Drum in Deinen Kampf heraus – oder, in dem dumpfen Haus:

ducken, mucken, sterben. – Wer nicht kämpfen will, verdorrt –

Raus,

Gesell, an Deinen Ort!

Kampf ist uns Glück! Friede – nimmt‘s zurück!

Ringen unser Leben, Wachsen unser Heil –

und dies Leben eben hält kein Krämer feil.

Bursche, soll was lachen, lass den satten Graus

und aus all den Sachen –

RAUS!!!



Gusto Gräser
Entstehungszeit unbekannt, 1914 abgeschickt an die Freideutsche Jugend.