„Dienen ist Urgebot!“

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Jawohl – wo wir sie lassen,
statt herrschkrampfgierig fassen,
reimreiht vonselber die Welt – beherrschte, die zerfällt.
Nichts, nichts, mit all der Herrscherei! Herr tritt sein
Selbst mit Füssen – Herr, das muss Herz einbüssen –

Dienen – Dienen macht freih!

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Wie - Du - willt - du Weib - - - du Mann - hier geht an:

Tiefeinanderdienen

wie die Simsumbienen - hilft uns heim aus Unheimwust,
irreschwirre, stolperstammelnd, Sonnenhonigseim uns sammelnd:

Großmut in der Brust -

sammelnd uns aus tausend Auen, unsern Menschenbien zu bauen,
sonnge Eintrachtlust.

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Dienen ist Wahrheit, wahret uns wohl -
Herrschen ist hohl, ist herzmordende Pein,

Dienen ist Seligsein.

Dienende Ringer das Haupt und alle die Glieder -
und ganz gering, voll unermesslichen Werts,
dienet der höchste, der tiefste Ringer -
das Herz.

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O stille, Freund, o schweigen -
dass Mein und Dein grundrein ins Wirken rinnt,
urheimlich keimt, herzheimlich treibt ins Zweigen
und blüht und dient, vonselber dient
wie unser Eingeweid …

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Wohlan, weil so innig verwandt die Welt
uns anblickt aus Augensternen,
weil uns ja ihr Erdstern so tief gefällt
in allen Nähen und Fernen,
weil ein Wohl in uns allen lebt,
ein Weltengeist uns alle webt,
drum heitert unsre Mienen nur dies:

Einanderdienen.

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Im Knechtedienst verkümmern -
im Mitmenschdienst gedeihn.

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Lebensgift: Herrn- und Knechtebetrieb -
Lebensgabe: Nachbarsdienst.

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Dort Mietmensch, harrend auf Lohn -
hier Mitmensch - hat ihn schon.

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Neid oder Dien - dies oder das - entscheide!
Dort Jammertal, hier sonnigliche Weide.



Dienen ist Urgebot!

Wer dem gehorcht, löst leid- und freuderot
das Rätsel - Tod!

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Gusto Gräser