„Dienen
ist Urgebot!“
*
Jawohl
– wo wir sie lassen,
statt
herrschkrampfgierig fassen,
reimreiht
vonselber die Welt – beherrschte, die zerfällt.
Nichts,
nichts, mit all der Herrscherei! Herr tritt sein
Selbst
mit Füssen – Herr, das muss Herz einbüssen –
Dienen
– Dienen macht freih!
*
Wie
- Du - willt - du Weib - - - du Mann - hier geht an:
Tiefeinanderdienen
wie
die Simsumbienen - hilft uns heim aus Unheimwust,
irreschwirre,
stolperstammelnd, Sonnenhonigseim uns sammelnd:
Großmut
in der Brust -
sammelnd
uns aus tausend Auen, unsern Menschenbien zu bauen,
sonnge
Eintrachtlust.
*
Dienen
ist Wahrheit, wahret uns wohl -
Herrschen
ist hohl, ist herzmordende Pein,
Dienen
ist Seligsein.
Dienende
Ringer das Haupt und alle die Glieder -
und
ganz gering, voll unermesslichen Werts,
dienet
der höchste, der tiefste Ringer -
das
Herz.
*
O
stille, Freund, o schweigen -
dass
Mein und Dein grundrein ins Wirken rinnt,
urheimlich
keimt, herzheimlich treibt ins Zweigen
und
blüht und dient, vonselber dient
wie
unser Eingeweid …
*
Wohlan,
weil so innig verwandt die Welt
uns
anblickt aus Augensternen,
weil
uns ja ihr Erdstern so tief gefällt
in
allen Nähen und Fernen,
weil
ein
Wohl in uns allen lebt,
ein
Weltengeist uns alle webt,
drum
heitert unsre Mienen nur dies:
Einanderdienen.
*
Im
Knechtedienst verkümmern -
im
Mitmenschdienst gedeihn.
*
Lebensgift:
Herrn- und Knechtebetrieb -
Lebensgabe:
Nachbarsdienst.
`*
Dort
Mietmensch, harrend auf Lohn -
hier
Mitmensch - hat ihn schon.
*
Neid
oder Dien - dies oder das - entscheide!
Dort
Jammertal, hier sonnigliche Weide.
‚
Dienen
ist Urgebot!
Wer
dem gehorcht, löst leid- und freuderot
das
Rätsel - Tod!
*
Gusto Gräser