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Ein Freund ist da -
mach auf!
*
Wer leben will - heran, heran!
Der Freund ist da, der frohe Mann!
*
Freund? - Der Wirklichkeitfromme,
der nimmer Herr sein will, drum auch nit Knecht sein muss.
Denn wir alle müssen, soweit wir willkürlich und selbstherrlich
leben wollen in dieser Welt, uns nur verärgern, kränken und stören,
müssen Sklaven des Unfugs, Sklaven der Krankheit sein.
Nichts, nichts ist es mit all der Herrscherei -
der Freund nur kann helfen,
der Freund nur ist freih!
*
Wie soll sich der Baum entfalten, der der Sonne Heil nicht kennt?
Wie willst, Mensch du, heiter walten, der sich von dem Menschen trennt?
Sag – wie sollen wir gesunden in der Zwietracht dumpfer Pein,
wenn wir in die alten Wunden träufeln neues Gift hinein?
Du – dein Leben will ja blühen, freu dich an der Freundschaft Licht –
Du – dein Herz, dein Herd will glühen –
spring ihm bei in seinem Mühen, deinem Freund,
sonst glückts dir nicht.
*
Ohne Dein Entgegenkommen
kann mein Kommen Dir nit frommen.
Sinnst, sehnst, träumst Du auch
um des Freundes Wunderhauch?
Horchst Du, spähst Du auch ins Land:
Kommt wohl Einer, geistgesandt?
Naht ein Wandersmann – herfür!
Öffne selbst des Hauses Tür!
Oder aber halt Dich stolz –
und verholz!
*
Freih wie der Wind, wie der Sonnenschein,
so - tritt - er - ein.
Wir fragen woher, wir fragen wohin? Von hier, heißt es heiter,
gradher wo ich bin!
Gibt frisch uns ein Lied, einen Ohrenschmaus -
wahrhaftig - sind wir oder er hier zuhaus?
Wir fragen, wir drängen, wir wollen verstehn ---
da sehn wir schon ferne den Wonnigen gehn.
Doch in uns fühlen wir uns selber bewährt -
uns Alle hat seine Nähe genährt.
*