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Personen 

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Quelle:
FKK-Museum

Die Naturmenschen
Der Aufsatz von Carlo Arnaldi, 1903 in San Francisco in italienischer Sprache erschienen, ist die erste Veröffentlichung über die Siedlung Monte Verità von Ascona. Sie berücksichtigt allerdings nur das von Henri Oedenkoven gegründete Sanatorium und streift nur im Vorübergehen die Brüder Gräser.
Die Frauen am Monte Verità
Dichterinnen - MalerinnenReformerinnen - Trachten - Liebespaare - Liebesgeschichten
Orte wo sie gelebt, gearbeitet haben: ein Bilderbogen.
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Ackermann, Werner (alias Landmann, Robert)

Ackermann, Willy

Ankenbrand, Ludwig

Arnaldi, Carlo

Arp, Hans

Bloch, Ernst

Beauclair, de, Alexander Wilhelm

Bernoulli, Mia


Borngräber, Otto

Braumann, Wilhelmine Elisabeth

Buek, Otto


Otto Buek (1873 - 1966), der in Sankt Petersburg geborene Philosoph, Herausgeber Gogols, Kants und Unamunos, gehörte zum Asconeser Kreis um Mühsam und Nohl. Als Übersetzer Tolstois stellte er die Verbindung zu den russischen Kriegs- und Staatsgegnern her.  Seine "Kritik des Marxismus" erschien 1911 in Pfemferts AKTION. Als Georg Friedrich Nicolai und Albert Einstein im Weltkrieg dem chauvinistischen Manifest der 93 deutschen Intellektuellen ihren Appell  "An die Europäer" zur Beendigung des Krieges entgegensetzten, da gehörte zu den 2 Mitunterzeichnern auch Einsteins Freund Otto Buek neben Förster. 40 Jahre später lebte der nach Frankreich Emigrierte völlig verarmt in einem Altersheim bei Paris. Einstein war sofort bereit, ihm zu helfen: "Er ist ein vortrefflicher Charakter und zuverlässiger Mensch mit einem sozialen Gewissen."

Buschhüter, Karl

Conrad, Michael Georg

Daniel, Alfred

Davringhausen, Heinrich Maria

de Beauclair, Alexander Wilhelm


Diefenbach, Karl Wilhelm

Dörr, Wilhelmine Elisabeth

Duncan, Raymond und Isadora

Ehret, Arnold

Der aus Baden stammende Ernährungsforscher und Fastenlehrer Arnold Ehret (1866  - 1922) entwickelte die auf Monte Verità praktizierte Fruchtdiät zur vollen Reife. Nachdem er 1909 in Köln einen Fasten-Weltrekord von 49 Tagen aufgestellt hatte, ging er 1914 nach USA und wurde dort zum Pionier der Health Food-Bewegung. Seine Bücher über Heilkost und Fasten wurden in der Alternativbewegung der 70-er Jahre ungeheuer populär und sind inzwischen in mehr als 300.000 Exemplaren verbreitet; 1980 erschien in USA seine Autobiographie. Auf dem Monte Verità leitete er zwischen 1907 und 1914 eine "Schule für leibliche und geistige Diätetik". Unter seinem und Gräsers Einfluss machte auch Hermann Hesse einen  längeren Fastenversuch in den Bergen von Ascona.

Über Arnold Ehret: Webseite in italienischer Sprache

Einstein, Albert

Elisabeth

Engert, Moritz

Evertz, Paul

Faistauer, Anton

Feldner, Jakob


Der Berliner Student Jakob Feldner (1896 - 19??) hatte mit Freunden gegen Gräsers Ausweisung aus Stuttgart protestiert. Nach Ausbruch des Krieges gehörte er einem Widerstandskreis gegen die Militarisierung der Jugend an und ging in dessen Auftrag 1916 in die Schweiz, um Verbindung mit französischen Friedensfreunden aufzunehmen. Nach Gesprächen mit Ragaz, Romain Rolland, Stefan Zweig und anderen pazifistischen Emigranten erreichte er im September den Monte Verità, wo er zwei weitere Mitarbeiter Rollands schon antraf. Sein Brief von dort an den väterlichen Freund Rolland ist ein einziger Jubelruf: "Das kommende Deutschland wird durch uns frei werden. Noch gibt es Leute, die für ihre Freiheit, ihre Unabhängigkeit zu kämpfen wissen. Kämpfen ohne Eisernes Kreuz  ... Kampf gegen den Krieg: das ist es, was wir wollen und predigen."

Fidus
(Hugo Hoeppener)

Fischer-Dückelmann, Anna

Goering, Reinhard


Der Dramatiker und Erzähler Reinhard Goering (1887 - 1936), der 1918 durch sein Drama ‚Die Seeschlacht’ berühmt wurde, kam erstmals 1915 auf den Monte Verità, wohnte zeitweise im Roccolo-Turm, und kam 1917, 1918, 1919 wieder zu längeren Aufenthalten. 1918 lernt er Gusto Gräser kennen, wohnt und tanzt auf den Felsen von Arcegno. Seinem Beispiel folgend versucht er den Ausbruch aus der Gesellschaft – „weil sie lügt, weil sie gemein ist, weil sie uns Steine gibt statt Brot“. Seine „buddhistische Wanderung“ von 1918 scheiterte jedoch schon nach kurzer Zeit. Zwei Frauen fanden den Ohnmächtigen, der bettelnd am Straßenrand gesessen hatte. Mit der Tänzerin Niddy Impekoven erlebt er 1919 die Ekstase desTanzes. Er kann sich aber in der bürgerlichen Ordnung nicht mehr zurechtfinden und nimmt sich 1936 das Leben.

Goesch, Heinrich

Goetz, Bruno

Gräser-Dörr, Wilhelmine Elisabeth

Gräser, Gertrud

Graeser, Ernst Heinrich

Gräser, Karl

Graf, Oskar Maria


Der Bäckersohn Oskar Maria Graf (1894 -1967) vom Starnberger See geriet um 1912 in den Schwabinger Bohème-Kreis um Gross, Frank, Jung und Mühsam. Auf ihren Spuren kam er in die anarchistische Kolonie, die sich in Brione gebildet hatte. Mit dem befreundeten Maler Georg Schrimpf zusammen arbeitete er auf dem Landgut von Karl Gräser. "Gräser", so schreibt er in seinen Erinnerungen, "hatte Anhänger und Verehrer in der ganzen Welt, denn  jeder politisch Verfolgte und Anarchist, der den Militärdienst verweigerte, fand bei ihm Unterkunft." Während der Münchner Revolution predigte Graf eine "Revolution der Liebe", wollte einen "Bund freier Menschen" gründen. Durch seine Initiative entstand schliesslich die Landkommune Blankenburg bei Donauwörth.

Grohmann, Adolf

Gross, Otto

Links:

Der drogenabhängige Freudschüler Ottt Gross (1877 - 1919) kam 1905 zu einer Entziehungskur ins Sanatorium Monte Verità. In Ascona fand er den ihm gemässen Freundes- und Ideenkreis. Von dieser Zeit datiert die Entfaltung seines eigenen, Freuds bürgerliche Begrenzungen  überwindenden Denkens: Psychoanalyse wird Gesellschaftsanalyse. Wie Gräser entlarvt er den Willen zur Macht als Kern des patriarchalen Kultursystems und stellt ihm wie dieser den Willen zur Beziehung, zum Freund, entgegen. Die Psychose entstehe durch den Konflikt des Eigenen mit den Zwängen der Gesellschaft. Gross hat die Gräsersche "Eigentlichkeit", seine Verwerfung jeden Zwangs, seinen Preis von "Lust und Liebe" und seine Kritik des Patriarchats psychoanalytisch untermauert und allerdings zu einem Gräser fremden Extremismus geführt. Im Unterschied zu Gross, der die patriarchale Familie radikal zerstören wollte, preist Gräser die "heilige Dreifaltigkeit von Mann-Weib-Kind" und sieht gerade in ihr das Herz einer menschenwürdigen Lebensordnung. Gross' Wirkung auf die expressionistische Generation ist kaum zu überschätzen. Er vermittelte den Gräserschen Aufstand gegen die Väterwelt, direkt oder indirekt, an Literaten wie Hesse, Werfel, Kafka, Otten, Leonhard Frank, Franz Jung, Oskar Maria Graf und viele andere, selbst an Theologen wie Paul Tillich.  Die "erotische Revolution", soweit die Romane von D.H.Lawrence sie bewirkten, geht ebenso auf seinen Einfluss zurück wie gewisse Züge im Denken C. G. Jungs. Er ist der radikale und geniale Schwärmer unter den Gräserschen Adepten, so wirkungsmächtig wie einseitig und gefährlich.

Als eine kritische Jugend in den 1960ern gegen Selbstzufriedenheit und festgefahrene Strukturen rebellierte, kam es zur Wiederentdeckung des Otto Gross.
Dazu: "The Age Of Aquarius: Otto Gross, Woodstock und der Monte Verità" von Dr.Gerhard M. Dienes



Überblick über Otto Gross in spanischer Sprache

Roman von Eveline Hasler:  "Stein bedeutet Liebe". Rezension (PDF) von Charles Linsmayer in "Der Bund" vom 23.8.2007. Roman über die Schriftstellerin Regina Ullmann (1884-1961) und ihr Liebesdrama mit Otto Gross in der Schwabinger Künstlerszene 1907/08.

 
 Guttzeit, Johannes Friedrich

Hammer, Walter

Hauptmann, Gerhart


Als junger Mann hatte Gerhart Hauptmann (1862 - 1946) mit Freunden eine lebensreformerische Kolonie gründen wollen. "Einem Liebes- und Schönheitskult hingegeben", unter dem Leitsatz "Rückkehr zur Natur", sollte "eine neue Gesellschaftsordnung auf einer natürlichen Grundlage" errichtet werden. Das Experiment des MV mußte ihn daher aufs höchste interessieren, zumal Freunde von ihm auf dem Berg sich ansiedelten und Gräser ihn besuchte. Hauptmann hat ihn gegen Angriffe verteidigt; sein "Narr in Christo Emanuel Quint" trägt einige Züge dieses Rebellen, sein "Ketzer von Soana" ist als eine poetische Umsetzung des "Ketzers von As(c)ona" zu lesen. Nach Abschluss dieser Dichtung bestieg Hauptmann 1919 den Monte Verità, traf aber Gräser nicht mehr an. Der Schlussgesang des TILL EULENSPIEGEL verarbeitet seine damalige Erfahrung: In einer Kneipe Locarnos hat Till die Vision eines  heidnischen Heilands, der auf den Bergen über der Maggia seine Herde weidet Ihn sucht er, seinem Rufe folgend. Als er ihn nicht erreichen kann, lässt er sich in die Strudel der Maggia fallen. - Das Leitmotiv der dionysischen Utopie in Hauptmanns Dichtung mündet in die Gestalt des "Erdmann". In ihm wollte er am Ende seines Lebens "eine Vorausschau auf den 'neuen Menschen'" geben. "Das wäre also meine Absicht mit diesem Merlin-Erdmann: den Menschen mit der Erde inniger und auf religiöse Art zu verbinden." - "Die entfremdete, feindliche oder unterjochte Natur feiert wieder ihr Versöhnungsfest mit ihrem verlorenen Sohne, dem Menschen."

Heidegger, Martin

Hesse, Hermann

Hermann Hesse (1877 - 1962) lernte Gräser um 1900 kennen; dessen Gestalt und Denken wird schon im CAMENZIND sichtbar. Im Frühjahr 1907 folgte der Dichter seinem "Freund und Führer" auf den Monte Verità, verbrachte mit ihm zusammen einige Tage in dessen Höhle bei Arcegno, versuchte sich wochenlang, fastend und nacktlaufend, als Einsiedler in den Bergen. Zwar scheiterte dieses erste "Noviziat" an seiner eigenen Schwäche, doch nach zehnjähriger Entfremdung kehrte Hesse 1916 reumütig in die Arme des Freundes zurück. Im Zusammensein mit ihm erfuhr er eine seelische Wiedergeburt, die große Wandlung seines Lebens. In Gräser erlebte er den Führer zum eigenen Selbst, in dessen Partnerin Elisabeth ein Abbild  der Grossen Mutter. Der ehemalige Kriegsfreiwillige wandelte sich jetzt zum entschiedenen Kriegsgegner und Vorkämpfer der Gewaltlosigkeit. Im zweiten Teil des DEMIAN hat er seine damaligen Erfahrungen dichterisch gestaltet, in Essays und Aufrufen seine neue Gesinnung dargetan. Höhepunkt seines Einsatzes für Gräser, der allerdings meist anonym blieb, war die emphatische Flugschrift ZARATHUSTRAS WIEDERKEHR, die seinem Freund den Weg ins Nachkriegsdeutschland ebnen sollte. Nach einem neuerlichen Rückzug von zehnjähriger Dauer, den er später als "Verrat" und "Flucht" erkannte, findet Hesse um 1930 endgültig zu dem Vielverkannten, Vielgeschmähten zurück. MORGENLANDFAHRT und GLASPERLENSPIEL besiegeln die Heimkehr zu dem als Yogin, Beichtvater, Regenmacher und Spielmeister verehrten Feund und Meister, die Erneuerung ihres Bundes vom Monte Verità.  

Hesse, Mia

Hoeppener, Hugo (Fidus)

Hofmann, Ida

Joseph, Henry

Jung, Carl Gustav


Adolf Grohmann, ein Mitarbeiter von Prof. Auguste Forel und erster Chronist des Monte Verità, brachte die Gebrüder Gräser schon um 1903 in Verbindung mit dem Zürcher "Burghölzli", wo Carl Gustav Jung (1875 -1961) als Arzt taetig war. Jung befreundete sich mit seinem Kollegen Otto Gross, der 1908 sein Patient wurde, und begeisterte sich fuer dessen Lehre. "Nun kommt der ganz freudestrahlend und erzählt in tiefster Rührung von Gross, von der grossen Erkenntniss, die ihm nun aufgegangen ist", schreibt seine damalige Geliebte Sabina Spielrein an Freud. Es war nicht zuletzt der Einfluss von Gross, der Jung zum Bruch mit Freud und zur Entwicklung seiner eigenen Lehre trieb. Später wurde Jung Mittelpunkt des Asconeser ERANOS-Kreises, der die Anstösse des MV auf akademischer Ebene weiterführte.

Kruse, Käthe

Laban, Rudolf


Links:


Der berühmte Tänzer, Choreograf und Tanztheoretiker Rudolf von Laban (1879 - 1958) gilt als einer der wichtigsten Vertreter des deutschen Ausdruckstanzes. Sein Wirken prägte eine ganze Generation junger Tänzer. Er wurde 1879 geboren, im selben Jahr wie Gräser und ihre Mütter kamen aus der selben Stadt, Kronstadt, aus der selben Gesellschaftsschicht. Es gibt viele Parallelen zwischen den beiden Tänzern vom Berg, einem Tänzer, der auch dichtete - Laban - und einem Dichter, der auch tanzte - Gräser. Ihre blosse Herkunft mußte sie zusammenführen, aber mehr noch ihre künstlerische Ader, ihr Freiheitsdrang und vielleicht am meisten ihr innig-nahes Naturerleben, Naturgefühl. Wenn Laban über seinen Tanz schreiben will, dann kann er nicht anders: er muss zuerst von seiner Kindheit und Jugend erzählen, von seinen Abenteuern in den Bergen, in den Urwäldern, in den Höhlen der Hohen Tatra und der bosnischen Karstgebirge.  Laban machte sich nicht zu einem Mann des Volkes, wie Gräser, oder zu einem revolutionären Verschwörer, wie Gross. Er lehnte es ab, sich politisch zu engagieren, sei es auch nur in dem dichterischen Sinn, wie Gräser politisch war.

Lamberty (Muck), Friedrich

Landmann, Robert (eigentlich Ackermann, Werner)

Laotse


Losert, Anton

Lührig, Georg

Maier, Gustav

Mann, Thomas

Moreno, Jacob Levy

Muck-Lamberty, Friedrich


Friedrich Lamberty (1891 - 1984), genannt Muck, war schon seit 1907 mit Gusto Gräser befreundet. Im Jahre 1920 unternahm er mit Kameraden aus dem Wandervogel den später legendär gewordenen „Zug der Neuen Schar“ durch Nordbayern und Thüringen. Ein ekstatischer Tanz- und Spielzug, der zum Vorbild für Hesses ‚Morgenlandfahrt’ wurde. Gräser hatte ihn inspiriert und mit Gedichten und Feuerreden begleitet. Er wohnte, bis er 1921 verhaftet und ausgewiesen wurde, im Haus der Neuen Schar in Naumburg.

Muehsam, Erich

Der junge Schriftsteller Erich Muehsam (1878 - 1934), von der Berliner "Neuen Gemeinschaft" enttäuscht, sah in Ascona die bessere Chance, "ein Zusammenleben auf eigene Faust zu bewirken, wie es Carl Gräser für sich allein ja beinahe schon erreicht hat". Er versuchte eine Umsetzung Gräserscher Ideen erst in seinem Schwabing-Asconeser Intellektuellenkreis, dann in der "Tat"-Gruppe des Sozialistischen Bundes von Gustav Landauer. Mühsam plante die Herausgabe der Schriften von Carl Graeser, den er die "interessanteste, tiefste und bedeutendste Persönlichkeit unter allen Colonisten" nennt, und dürfte seinen Freund Otto Gross den Gräserbruedern zugeführt haben. Sein Versuch, Asconeser Gemeinschaftsideale in der Münchner Revolution politisch umzusetzen, wurde niedergeschlagen und endete letztlich mit seiner Ermordung durch die Nazis.

Neugeboren, Albine

Neugeboren, Hilde

Nietzsche, Friedrich

Nohl, Johannes


Johannes Nohl (1866 - 1922), der Bruder des bekannten Reformpädagogen Hermann Nohl kam als vagabundierender Student mit seinem Freund Mühsam auf den Monte Verità. Nach dem Vorbild Gräsers wanderte er eine Zeitlang langhaarig und barfuss durch Oberitalien. Nach Begegnungen mit Freud und Gross und unter dem Einfluss des von ihm verehrten Philosophen Franz von Baader entwickelte und praktizierte er seine eigene Variante einer Verbindung von Mystik und antipatriarchaler  Psychotherapie. Von 1916 bis 1918 war Hermann Hesse sein Patient. Zusammen mit ihm und Bloch gehörte er damals dem Gesprächskreis um Gräser an und damit dem Erlebnishintergrund von DEMIAN und GEIST DER UTOPIE.

Oedenkoven, Henri

Links:

Der belgische Industriellensohn Henri Oedenkoven (18§ - 1935) verband sich nur vorübergehend mit den Gebrüdern Gräser. Nach kurzer gemeinsamer Aufbauzeit auf dem von diesen ausgewählten Hügel über Ascona sprengte Oedenkoven als kapitalkräftigster Teilhaber die ursprüngliche Genossenschaft. Nachdem die Verfechter einer herrschaftsfreien Lebens- und Liebesgemeinschaft vertrieben waren, konnte er sein eigentliches Ziel, die Errichtung einer wirtschaftlich rentierenden Naturheilanstalt, verwirklichen. Trotz mannigfacher Zugeständnisse an die herrschenden Verhältnisse war seinem Unternehmen jedoch gerade wirtschaftlich kein Erfolg beschieden. 1920 verliess er mit seiner Gefährtin Ida Hofmann den Berg, um im brasilianischen Urwald einen neuen Anfang zu wagen.

Dazu schreibt Elsbeth, die spätere 2. Ehefrau von Fidus 1964 über ihren Aufenthalt 1910-13 in Ascona:

"... Nur Oedenkoven lernten wir noch in Ascona kennen, der den ganzen Berg gekauft hatte und ihn Monte Verità nannte. Er zeigte uns damals sein Haus, das Schönste was ich in der Art sah. - Alles zu ebener Erde - Man trat in einen grossen Raum holzgetäfelt. Inmitten ein schwarzer Flügel. Ein einziges grosses breites Fenster mit dem Blick über den See. An den Wänden Bänke mit Kissen, seine Frau Ida Hoffmann war Sängerin. Keine Bilder an den Wänden. Man sollte nur auf die Musik gestimmt sein. Nebenan war das Esszimmer, ein viereckiger Raum, die Ecken abgeschrägt durch lange schmale gelbe Fenster. In der Mitte ein runder Holztisch mit kleinerer drehbarer Holzplatte auf der die Speisen standen, für jeden leicht erreichbar - Von diesem Zimmer führten 3 geschwungene Stufen hinfauf in das Schlafzimmer - in der Mitte ein breites Lager mit rotem Samt bedeckt. 2 Fenster sahen ins Grüne. Oedenkoven und Frau Ida trugen nur schwarzen Samt, alles höchst vornehm. Wir waren auch einmal zu einem Kostümfest dort eingeladen, ..."

Paasche, Hans

Rall, Willo

Reuss, Theodor

Rikli, Arnold

Rogantini de Beauclair, Enrichetta,
genannt "Hetty"


Schlaf, Johannes

Schrimpf, Georg
(im Kapitel O.M. Graf)

Schütt, Gustav

Schulze-Sölde, Max

Schwantje, Magnus

Segal, Arthur
 
Seifert, Alwin

Škarvan, Albert

Steiner, Rudolf

Stern, Theodor

Stocksmayr, Adolf

Streng, Wilhelmine Elisabeth

Spir, Afrikan

Szeemann, Harald

von der Heydt, Eduard

von der Schulenburg, Werner

von Reventlow, Franziska (Link zu Ludersocke)

von Shoneheit, Helma

Weber, Max

Wigmann, Mary

Wrangel, Ferdinand




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